ESMA: Fondsgebühren erneut auf dem Prüfstand

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA wird erneut Kosten und Renditen von offenen Investmentfonds anhand einer Studie prüfen. Die Behörde beabsichtigt, sowohl aktiv gemanagte als auch passive Fonds (sogenannte Indextracker) zu untersuchen.  Ziel der Untersuchungen soll es sein, den Einfluss der Kosten eines Fonds auf dessen Netto-Rendite zu überprüfen. Anhand der Studienergebnisse will die Behörde Anlegern den Einfluss der Fondsgebühren auf die Rendite verdeutlichen.

In vorangegangenen Studien der ESMA, zuletzt Anfang 2016, wurde u. a. festgestellt, dass aktiv gemanagte Fonds zwar deutlich höhere Fondsgebühren auslösten. Jedoch beschränkte sich das Management bei bis zu zehn Prozent der Fonds darauf, lediglich einen Vergleichsindex nachzubilden, was auch mit einem passiven Management möglich gewesen wäre. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen Untersuchungen der britischen und irischen Finanzaufsicht. Der Vorwurf lautet auf überzogene Gebühren bei aktiv gemanagten Fonds.

Bereits im April 2017 hatte die Bundesanstalt für Finanzaufsicht eine Frist bis zum Jahresende gesetzt, dass Fondsanbieter in den Verkaufsunterlagen offen zu legen haben, ob der Fonds lediglich einen Vergleichsindex nachbildet. Danach ist klarstellend anzugeben, ob der Fonds aktiv oder passiv gemanagt wird, der vorhandene Referenzwert (Benchmark) offenzulegen sowie Vorgaben des Fondsmanagers zur maximalen Abweichung von diesem Referenzwert mitzuteilen.

Anderenfalls drohen die Verkaufsprospekte möglicherweise irreführend und nicht eindeutig zu sein. Nach § 165 Abs. 3 KAGB hat der Verkaufsprospekt Angaben zu  Kosten und Gebühren des Fonds zu enthalten. Diese Angaben sind danach aufzuschlüsseln, ob diese vom Anleger oder aus dem Investmentvermögen zu zahlen sind. Sind Angaben im Verkaufsprospekt unrichtig oder unvollständig und diese für die Beurteilung der Anteile an dem Fonds von wesentlicher Bedeutung, kann der Käufer u. a. von der Fondsgesellschaft die Übernahme der Anteile gegen Erstattung des von ihm gezahlten Betrages verlangen.

Die Kanzlei ARES Rechtsanwälte ist auf die Vertretung von Anlegern und Bankkunden im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert.