VW-Abgasskandal: Anmeldefrist für Ansprüche im Musterverfahren läuft

Im Musterverfahren der Aktionäre gegen die Volkswagen AG können seit dem 08.03.2017 Ansprüche der Aktionäre angemeldet werden. Die Anmeldung der Schadenersatzansprüche der Aktionäre ist bis zum 08.09.2017 möglich. Mit der Anmeldung der Schadenersatzansprüche haben Aktionäre die Möglichkeit, für einen geringeren Aufwand gegenüber einer Klage die Verjährung der Schadenersatzansprüche zu hemmen. Damit können Aktionäre nach der Anmeldung ihrer Ansprüche bis zur Entscheidung des Musterverfahrens abwarten, ob sie ihre Ansprüche gegen die Volkswagen AG weiterverfolgen wollen.

Anmeldung der Ansprüche

Das OLG Braunschweig hat im Musterverfahren der Anleger gegen die Volkswagen AG mit Beschluss vom 08.03.2017 die Deka Investment GmbH als Musterklägerin bestimmt. Damit hat die Frist für die Anmeldung von Ansprüchen im Musterverfahren nach § 10 Abs. 2 Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz zu laufen begonnen. Die Frist beträgt sechs Monate und endet mithin zum 08.09.2017, einem Freitag. Aufgrund der Anmeldung können sich die Aktionäre nicht aktiv am Musterverfahren beteiligen. Die Entscheidung im Musterverfahren oder ein im Musterverfahren geschlossener Vergleich ist für die Anmelder nicht bindend. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Entscheidung im Musterverfahren richtungsweisend für den Erfolg weiterer rechtlicher Schritte der Anmelder ist. Die Anmeldung hat schriftlich durch einen Rechtsanwalt zu erfolgen.

Welche Ansprüche bestehen?

Als Schaden der Aktionäre kommt einerseits der erlittene Kursverlust infolge des Abgasskandals in Frage. Dieser Kursverlust bleibt als Schaden auch dann erhalten, wenn der Kurs der Aktie sich wieder erholt hat. Denn der Wertverlust der Aktie infolge des Abgasskandals bleibt erhalten und mindert die künftige Kursentwicklung. Kurserholungen preisen den Aufwand für den Abgasskandal weiter ein. Alternativ können Aktionäre den Aktienkauf vollständig rückabwickeln. Dann umfasst der Schaden den Erwerbsaufwand für die Aktien und die Aktien sind an die Volkswagen AG zurückzuerstatten.

Wie sind aktuell die Erfolgsaussichten?

Aufgrund der Ermittlungen der US-Justiz verdichten sich die Erkenntnisse, dass leitende Mitarbeiter der Volkswagen AG bereits im Jahr 2007 in den Abgasskandal zumindest informiert gewesen sind. Der Vorstand der Audi AG Rupert Stadler, gleichzeitig Vorstand der Volkswagen AG seit Anfang 2010, soll nach Aussagen eines Mitarbeiters bereits ab dem Jahr 2012  Kenntnis von der Manipulation der Abgaswerte der Fahrzeuge gehabt haben müssen. Sollte sich dies im Musterverfahren bestätigen,  könnten Aktionäre, die Aktien im Jahr 2012 erworben haben, ebenso Schadenersatzansprüche geltend machen.

Weitere Informationen stellen wir Ihnen auf der Homepage der ARES Rechtsanwälte zur Verfügung.

Die Kanzlei ARES Rechtsanwälte ist auf die Vertretung von Anlegern und Bankkunden im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und vertritt Kläger und Anmelder im Musterverfahren gegen die Volkswagen AG.