Beratungsprotokoll: Nachbesserung erforderlich

Das Bundesjustizministerium hat diese Woche nochmals bekräftigt, dass bei dem u. a. für die Anlageberatung vorgeschriebenen Beratungsprotokoll erheblicher Änderungsbedarf bestehe. Im Dialog mit der Finanzbranche und der Verbraucherzentrale Bundesverband sollen nun Änderungsvorschläge erörtert werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bemängelt zum Teil zu standardisierte Protokolle. Wesentlicher Mangel ist nach den Erkenntnissen der Aufseher zudem, dass Protokolle öfter für individuelle Angaben des Kunden zu Gründen und Erwägungen zu einem Wertpapiergeschäft sowie deren Gewichtung keinen Raum lassen. Gerade diese Aspekte sind jedoch unerlässlich, um eine Beratung und die darauf folgende Empfehlung auf ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen. Kunden von Finanzdienstleistern sollten darauf achten, dass Beratungsprotokolle erstellt werden, die inhaltlich richtig sind und ggf. eigenständig Ergänzungen vornehmen, bevor sie ein Protokoll unterschreiben. Anderenfalls drohen im Streitfall Beweisschwierigkeiten, den tatsächlichen Beratungsinhalt zu belegen.