Fälle

Sonstige Fonds

Neben Immobilienfonds und Schiffsfonds gibt es weitere Fonds, die sich von den vorgenannten durch das jeweilige Investitionsobjekt unterscheiden. Aufgrund der Vielzahl an möglichen Investitionsobjekten gibt es auch diverse Investmentfonds. Beispielhaft sind hier zu nennen:

  • Medienfonds, die beispielsweise zur Finanzierung von einer oder mehreren Filmproduktionen aufgelegt werden.
  • Bei Aktienfonds investiert die Fondsgesellschaft das von den Anlegern eingeworbene Geld nach zuvor festgelegten Kriterien in Aktien meist börsennotierter Aktiengesellschaften.
  • Rohstofffonds legen die anvertrauten Gelder z.B. in Edelmetalle, Rohöl etc. an.
  • Im Falle von Rentenfonds erwirbt die Fondsgesellschaft Rentenpapiere, im Regelfall festverzinsliche Wertpapiere, wie z.B. Staats- oder Unternehmensanleihen.
  • Auch Beteiligungen im Bereich der erneuerbaren Energien werden nicht selten in Form von Fonds angeboten, wie z.B. bei der Investition Windparks, Biogasanlagen oder Solarkraftwerke.

Ebenso wie bei Immobilienfonds besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Fondsgesellschaft als offenen oder geschlossenen Fonds zu errichten.

Bei geschlossenen Fonds wird nur eine vorher festgelegt Anzahl von Anteilen über einen begrenztes Anlagevolumen ausgegeben. Ist das Volumen erreicht, wird der Fonds geschlossen und das von den Anlegern eingezahlte Geld in das jeweilige Investitionsobjekt investiert. Bei geschlossenen Fonds besteht keine Verpflichtung der Fondsgesellschaft, zuvor ausgegebene Anteile von den Anlegern zurückzunehmen. Der Anleger kann seine Fondsanteile daher nur an einen Dritten verkaufen, wenn er sich von seiner Beteiligung trennen will. Im Regelfall handelt es sich bei geschlossenen Fonds um unternehmerische Beteiligungen. Bei diesen wird der Anleger Gesellschafter des Fonds, z.B. als Kommanditist einer Kommanditgesellschaft (in der Rechtsform der GmbH & Co. KG).

Bei offenen Investmentfonds ist die Anzahl der Anteile unbestimmt. Damit ist auch die Anzahl der Teilnehmer nicht festgelegt. Die Fondsgesellschaft kann nach Bedarf neue Anteile ausgeben oder ausgegebene Anteile zurücknehmen. Die Fondsgesellschaft ist – anders als bei den geschlossenen Fonds – verpflichtet, die Anteile eines Anlegers zum jeweiligen offiziellen Rücknahmepreis zu Lasten des Fondsvermögens zurückzunehmen. Daher können Anleger, die in offene Fonds investiert haben, ihre Anteile grundsätzlich jederzeit zurückgeben. Unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen ist die Fondsgesellschaft jedoch berechtigt, die Rücknahme von Anteilen zeitweise auszusetzen. Dies ist in den letzten Jahren insbesondere bei einigen offenen Immobilienfonds geschehen. Das zeigt, dass auch bei offenen Investmentfonds das Risiko besteht, dass Anleger ihre Anteile nicht zurückgeben können.

ETF – Exchange Traded Funds

Bei sogenannten ETFs handelt es sich um passiv gemanagte Investmentfonds, die häufig einen Index (z.B. DAX, SDAX etc.) nachbilden. Bei ETFs sind so konzipiert, dass die Fondsanteile in einem bestimmten Segment einer oder mehreren Börsen gehandelt werden. Auch bei ETFs können Anträge auf Zeichnung oder Rückgabe von Fondsanteilen bei der Fondsgesellschaft unter den im jeweiligen Verkaufsprospekt genannten Bedingungen eingereicht werden.

Risikofaktoren

Die Risiken bei sonstigen Fonds hängen im Wesentlichen von dem jeweiligen Investitionsobjekt (Aktien, Container, Windparks etc.) sowie davon ab, ob es sich um einen offenen oder geschlossenen Fonds handelt.

Offene oder geschlossene Fonds unterscheiden sich in der Regel bereits dadurch, dass der Anleger Anteile an geschlossenen Fonds nicht ohne weiteres verkaufen kann. Bei offenen Fonds hat sich die Kapitalanlagegesellschaft hingegen dazu verpflichtet, die Anteile grundsätzlich jederzeit zurückzunehmen. Dadurch

Regelmäßig sollte der Anleger bei geschlossenen und offenen Fonds unter anderem folgende Risiken bei seiner Anlageentscheidung beachten:

  • das grundsätzliche Totalverlustrisiko der Einlage
  • die konkreten Marktbedingungen des Investitionsobjektes
  • ggf. überzogene Ertragsprognosen
  • laufende Kosten während die Laufzeit (z.B. Gebühren der Fondsgesellschaft für das Management und bei positiver Entwicklung)

Im Falle von geschlossenen Fonds in Gestalt einer unternehmerischen Beteiligung sollte der Anleger insbesondere berücksichtigen, dass solche Fonds in der Regel mehr als die eines offenen Fonds einem Totalverlustrisiko unterliegen. Zudem haftet der Anleger als Gesellschafter (Kommanditist) mit seiner Einlage für Verbindlichkeiten des Fonds bis zur Höhe seiner Einlage. Eine Auszahlung der Einlage des Anlegers bei Auflösung des Fonds erfolgt somit erst, nachdem die Forderungen der Gläubiger aus dem Vermögen der Gesellschaft beglichen worden sind (Nachrang).

Rechtliche Maßnahmen im Schadensfall

Sollten die Fondsanteile aufgrund einer Beratung bzw. Vermittlung erworben worden sein, kann der Erwerb der Anteile gegenüber dem Berater oder Vermittler (Kreditinstitute und Fondsvermittler) ggf. wegen fehlerhafter Anlageberatung rückabgewickelt werden.

Sollte der Verkaufsprospekt zu dem Fonds Fehler aufweisen, kommen Schadenersatzansprüche gegen das Emissionshaus oder sonstige Prospektverantwortliche wegen Prospekthaftung in Frage.

Bei Fonds in Form einer unternehmerischen Beteiligung besteht auch die Möglichkeit, dass den oder die Gründungsgesellschafter des Fonds für den fehlerhaften Prospekt oder sonst unzureichende oder unrichtige Angaben in Haftung zu nehmen.

Bei Fehlern des Managements sind zudem Ansprüche auf Schadensersatz gegen Mitglieder der Geschäftsführung in Betracht.

Zudem kann es sinnvoll sein, dass ihre Rechte in der Gesellschafterversammlung des Fonds bei grundlegenden Entscheidungen, z.B. im Falle der Restrukturierung, gegenüber der Geschäftsführung und den Mitgesellschaftern wahrgenommen werden.

Mandatierung

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