Fälle

Schiffsfonds

Bei Schiffsfonds beteiligen sich Anleger zumeist über eine Einlage als beschränkt haftender Gesellschafter (Kommanditist) an einer Kommanditgesellschaft (in der Rechtsform der GmbH & Co. KG), die ein oder mehrere Schiffe (Pool) erwirbt und verchartert. Mit der Kommanditbeteiligung stellt der Anleger der Kommanditgesellschaft Eigenkapital zur Verfügung. Aus diesem Eigenkapital erzielte Erträge bzw. Überschüsse werden in der Regel durch jährliche Ausschüttungen an die Anleger gezahlt. Nach einer längerfristigen Laufzeit (zehn und mehr Jahre) ist regelmäßig vorgesehen, dass der Fonds das oder die Schiffe veräußert und aus dem Erlös die Einlagen zurückzahlt.

Risikofaktoren

Anteile an Schiffsfonds in Gestalt der KG sind unternehmerische Beteiligungen, die einem Totalverlustrisiko unterliegen. Der Anleger haftet als Gesellschafter (Kommanditist) mit seiner Einlage für Verbindlichkeiten des Fonds bis zur Höhe der Einlage. Eine Auszahlung der Einlage des Anlegers bei Auflösung des Fonds erfolgt erst, nachdem anderen Gläubigern deren Forderungen aus dem Vermögen der Gesellschaft beglichen worden sind (Nachrang). Regelmäßig zu beachtende Risiken sind u. a.

  • das grundsätzliche Totalverlustrisiko der Einlage
  • die langfristige Laufzeit des Fonds
  • die konkrete Marktposition des Schiffstyps und des Schiffs
  • ggf. überzogene Ertragsprognosen

Aktuelle Schiffskrise

Beteiligungen an Schiffsfonds leiden aktuell erheblich unter der Krise in der Handelsschifffahrt. Insbesondere überhöhte Erwartungen an den Bedarf bestimmter Schiffstypen sowie die Finanzkrise seit 2008 haben zahlreiche Schiffsfonds in eine Schieflage versetzt. Eingebrochene Charterraten u. a. aufgrund der Überkapazität von Schiffen lassen Erträge schrumpfen. Oft geht damit einher, dass Bankdarlehen (Schiffshypothekendarlehen) für den Erwerb der Schiffe vom Fonds nicht mehr bedient werden können und Banken eine Restrukturierung der Finanzlage bzw. die Veräußerung (oder sogar die Verschrottung) des Schiffes zu einem aktuellen Zeitwert fordern. Verluste sind dadurch vorprogrammiert.

Rechtliche Maßnahmen im Schadensfall

Sollten die Fondsanteile aufgrund einer Beratung bzw. Vermittlung erworben worden seien, kann der Erwerb der Anteile gegenüber dem Berater bzw. Vermittler (Banken und Fondsvermittler) ggf. wegen fehlerhafter Anlageberatung rückabgewickelt werden.

Sollte der Verkaufsprospekt zum dem Schiffsfonds Fehler aufweisen, kommen Schadenersatzansprüche gegen das Emissionshaus bzw. sonstige Prospektverantwortliche wegen Prospekthaftung in Frage.

Ebenso besteht die Möglichkeit, dass eine Haftung der Gründungsgesellschafter des Fonds für den fehlerhaften Prospekt oder sonst unzureichende oder unrichtige Angaben gegeben ist.

Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, dass Ihre Rechte in der Gesellschafterversammlung des Fonds bei wegweisenden Entscheidungen ggü. dem Management und den Mitgesellschaftern bzw. Ihre Rechte wegen der Haftung des Managements wahrgenommen werden.

Brennpunkt: Rückforderung von Ausschüttungen

Im Rahmen von Restrukturierungen der Fonds ist immer wieder vorgesehen, dass der Fonds von den Anlegern bereits geleistete Ausschüttungen zurückfordert. Der Fonds selbst hat ein solches Recht auf Rückforderung allerdings nur, wenn dies im Gesellschaftsvertrag ordnungsgemäß geregelt ist. Oft sehen die Gesellschaftsverträge ein Recht auf Rückforderung der Ausschüttungen gegen die Anleger allerdings nicht vor. Insofern sollte vor der Rückzahlung der Ausschüttungen der Gesellschaftsvertrag genau geprüft werden.

Mandatierung

Für eine erste rechtliche Einschätzung Ihres Falles nehmen Sie zu uns zunächst völlig unverbindlich telefonisch unter 069 / 77 03 94 69-0 oder per Kontakt auf.

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