Fälle

Prospekthaftung

Eine der wichtigsten Grundlagen für die Entscheidung eines Anlegers, in eine bestimmte Kapitalanlage zu investieren, ist der sogenannte Verkaufsprospekt. Dieser soll dem Anleger vor der Entscheidung zur Investition seines Geldes alle wesentlichen Informationen über die Funktion aber insbesondere auch über die Risiken einer Kapitalanlage vermitteln. Ist der Verkaufsprospekt unvollständig oder fehlerhaftt, kann dies umfassende Schadensersatzansprüche des Anlegers begründen. Dabei sind die gesetzlichen und die von der Rechtsprechung aufgestellten Grundsätze zur Prospekthaftung sehr vielfältig und erfordern eine genaue Einzelfallprüfung. Insbesondere auf die Verjährungsfristen ist genau zu achten.

Wir kennen die möglichen Prospektfehler und die gesetzlichen und von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze zur Prospekthaftung. Im Rahmen einer Erstberatung geben wir Ihnen eine fundierte Einschätzung, ob auch in Ihrem Fall eine erfolgversprechende Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen aufgrund von Prospekthaftungsansprüchen möglich ist.

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Nachfolgend möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die rechtlichen Grundlagen von Prospekthaftungsansprüchen geben. Dieser kann aufgrund der Vielfalt möglicher Ansprüche nur eine grobe Übersicht sein, erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt in keinem Fall eine anwaltliche Beratung und genaue Prüfung des Einzelfalles.

Pflicht zur Veröffentlichung eines Prospektes

Die Pflicht zur Veröffentlichung eines Prospektes ist für verschiedene Kapitalanlagen gesetzlich normiert, wobei sich die gesetzlichen Regelungen in den letzten Jahren vielfach geändert haben. Wichtig ist daher eine genaue Prüfung, welche gesetzlichen Regelungen auf den konkreten Fall Anwendung finden. Nach diesen bestimmen sich insbesondere die Verjährungsfristen.

Prospektverantwortliche – Der Kreis der Haftenden

Unter die sogenannte Prospekthaftung im engeren Sinne fallen die tatsächlich ursächlich Prospektverantwortlichen, also all die Personen, die den Prospekt herausgeben haben bzw. für die Erstellung oder den Inhalt des Prospektes verantwortlich sind. Dies können neben dem Emittenten auch Berater, Wirtschaftprüfer oder andere beteiligte Personen oder Gesellschaften sein. Der Prospekthaftung im engeren Sinne unterfallen damit alle Personen, die durch ein Mitwirken am Verkaufsprospekt einen besonderen Vertrauenstatbestand des Anlegers auf die Richtigkeit der diesen Personen im Verkaufsprospekt zurechenbaren Angaben schaffen.

Unter die Prospekthaftung im weiteren Sinne fallen dagegen all diejenigen Personen oder Gesellschaften, die bezüglich des Prospektinhaltes eine Aufklärungspflicht haben, weil sie sich sich den Prospektinhalt, beispielsweise beim Vertrieb der Kapitalanlage, zueigen machen. Die Prospekthaftung im weiteren Sinne bezieht damit all die Personen oder Gesellschaften in den Kreis der möglicherweise Haftenden mit ein, die in Bezug auf den Prospektinhalt ein besonderes Vertrauen des Anlegers in Anspruch genommen haben, ohne jedoch selbst für die Erstellung oder den Inhalt des Prospektes direkt verantwortlich zu sein (z.B. Anlageberater, beratende Banken, Treuhänder usw.).

Prospektfehler

Die möglichen Prospektfehler sind vielfältig und können nur beispielhaft dargestellt werden:

  • Fehlende oder unzureichende Aufklärung über die Risiken der Kapitalanlage (z.B. Totalverlustrisiko, Währungsrisiken, fehlende Sicherheiten, Liquiditätsrisiken, allgemeine Marktrisiken, Rückzahlungspflichten von Ausschüttungen, Aussetzung von Anteilsrücknahmen, Haftung des Anlegers usw.)
  • Fehlende oder unzureichende Aufklärung über mögliche Interessenkonflikte, unrichtige, beschönigende oder unklare Darstellungen von Geschäftszahlen, Verschweigen von belastenden Verbindlichkeiten, unrealistische Prognosen

Unerlässlich ist daher immer eine genaue Prüfung des jeweiligen Verkaufsprospektes im Einzelfall.

Schadensersatzansprüche

Ist ein Verkaufsprospekt fehlerhaft, ist der Anleger im Regelfall so zu stellen, als ob er die gegenständliche Kapitalanlage nicht erworben hätte. Dies bedeutet konkret die Rückzahlung des investierten Geldes, zuzüglich des möglicherweise entgangenen Gewinnes. Für den Anleger besteht so die Möglichkeit, verlustfrei aus der Kapitalanlage auszusteigen.

Verjährungsfristen von Prospekthaftungsansprüchen

Mit den verschiedenen gesetzlichen Regelungen der Verjährung für verschiedene Anlageprodukte und der Vielzahl an Gesetzesänderungen in jüngerer Zeit, mit einer gleichzeitigen Änderung der Verjährungsfristen, ist es für einen Anleger regelmäßig schwierig, die für seine Kapitalanlage zutreffende Verjährungsfrist für Prospekthaftungsansprüche zu erkennen. Der Beginn der Verjährungsfristen knüpft teilweise an den Erwerb einer Kapitalanlage, teilweise an die Veröffentlichung des Prospektes und teilweise an die Kenntnis des Anlegers von einem fehlerhaften Prospekt an.

Im Hinblick auf die möglicherweise drohende Verjährung Ihrer etwaigen Prospekthaftungsansprüche sollten sie mögliche Ansprüche kurzfristig überprüfen lassen. Soweit Ihnen Ansprüche zustehen und eine Verjährung dieser Ansprüche droht, leiten wir für Sie gerne verjährungshemmende Maßnahmen ein, um Ihren Anspruch zu erhalten und erfolgreich durchsetzen zu können.

Mandatierung

Für eine erste rechtliche Einschätzung Ihres Falles nehmen Sie zu uns zunächst völlig unverbindlich telefonisch unter 069 / 77 03 94 69-0 oder per Kontakt auf.

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