Fälle

Lebensversicherungen/ Rentenversicherungen

Bei Lebensversicherungen ist zwischen Risiko-Lebensversicherungen und Kapital-Lebensversicherungen zu unterscheiden.

Bei Risiko-Lebensversicherungen wird mit der Versicherungsprämie kein Kapital gebildet. Der Beitrag setzt sich nur aus dem Risikobeitrag und dem Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Es handelt es sich daher nicht um eine Kapitalanlage. Risiko-Lebensversicherungen kommen nur dann zur Auszahlung, wenn die versicherte Person verstirbt.

Risiko-Lebensversicherungen kommen z.B. bei Krediten zum Einsatz, um das Ausfall-Risiko für die kreditgebende Bank abzusichern, falls der Kreditnehmer verstirbt. In dieser Kombination führt eine Risiko-Lebensversicherung dazu, dass sich die Kostenbelastung für den Kreditnehmer erhöht.

Kapital-Lebensversicherungen dienen auch zur Kapitalbildung und werden häufig für die Altersversorgung eingesetzt. Bei ihnen setzt sich der Beitrag aus drei Bestandteilen zusammen: Dem Risikobeitrag zur Absicherung des Todesfallrisikos, dem Verwaltungskostenbeitrag und dem Sparbeitrag. Nur der Sparbeitrag wird vom Versicherungsunternehmen angelegt.

Bei Kapital-Lebensversicherungen gibt es Unterschiede bezogen auf die Form, in der der Sparbeitrag angelegt wird. Bei den klassischen Lebensversicherungen werden die Sparbeiträge vom Versicherungsunternehmen nach eigener Anlagestrategie angelegt, wobei das Versicherungsunternehmen bestimmte Vorgaben bei der Anlage der Sparbeiträge der Kunden zu beachten hat. Daneben gibt es Kapital-Lebensversicherungen, bei denen der Kunde die Anlageform vorab festlegt oder einschränkt. Die häufigste Form bei dieser Art von Kapital-Lebensversicherungen sind die fondsgebundenen Kapital-Lebensversicherungen. Bei diesen werden mit dem Sparbeitrag Fondsanteile von offenen Fonds erworben.

Für deutsche Lebensversicherungen sieht der Gesetzgeber einen Garantiezins vor. Dieser ist vom Lebensversicherungsunternehmen daher in jedem Fall zu zahlen, bezieht sich jedoch nur auf den Sparbeitrag, nicht die gesamte gezahlte Prämie.

Rentenversicherungen stellen eine klassische Form der Altersvorsorge dar. Sie unterscheiden sich teilweise von Kapital-Lebensversicherungen. Der wesentliche Unterschied einer Rentenversicherung zu einer Kapital-Lebensversicherung besteht darin, dass bei einer Rentenversicherung im Regelfall keine Zahlung erfolgt, wenn die versicherte Person verstirbt. Das Risiko für das Versicherungsunternehmen besteht bei einer Rentenversicherung somit darin, dass über einen langen Zeitraum die vereinbarte Rente gezahlt werden muss.

Innerhalb der Rentenversicherungen gibt es verschiedene Ausgestaltungen. So gibt es aufgeschobene Rentenversicherungen und Rentenversicherungen mit Sofortzahlung. Am weitesten verbreitet sind aufgeschobene Rentenversicherungen. Bei diesen wird die Rentenzahlung erst ab einem späteren Zeitpunkt, häufig das Renteneintrittsalter, gezahlt. Viele Rentenversicherungsunternehmen bieten die Möglichkeit, zusätzlich Varianten zu vereinbaren. So kann der Versicherungsnehmer beispielsweise wählen, ob er statt Rentenzahlungen eine Einmalzahlung erhält.

Risikofaktoren

Lebensversicherungen können erhebliche Risiken bergen. Für die Entscheidung zum Erwerb von Lebensversicherungen ist insbesondere wesentlich,

  • die Vermögens- und Liquiditätssituation des Versicherungsunternehmens,
  • die Risiken der Anlageform, insbesondere bei fondsgebundenen Lebensversicherungen,
  • höhere Kosten als bei direkter Anlage in dieselbe Kapitalform, z.B. bei fondsgebundenen Lebensversicherungen statt direkter Anlage in den Fonds,
  •  rückwirkende Änderung des Garantiezinses durch den Gesetzgeber,
  • bei Lebensversicherungen ausländischer Versicherungsunternehmen, Risiken durch geringere Anforderungen an deren Beaufsichtigung.

Dies sollte Gegenstand einer gewissenhaften Beratung bzw. Vermittlung vor dem Erwerb sein.

Rechtliche Maßnahmen im Schadensfall

Im Falle einer verlustreichen Investition in Kapital-Lebensversicherung stellt sich regelmäßig die Frage, ob eine zuvor erfolgte Beratung oder Vermittlung den rechtlichen Anforderungen entsprochen hat und ob deshalb gegen den Berater oder Vermittler Schadenersatzansprüche in Frage kommen.

Darüber hinaus kommen Ansprüche gegen den Versicherer wegen fehlerhafter Information, bei fondsgebundenen Kapital-Lebensversicherungen z.B. über den ausgewählten Fonds in Betracht.

Mandatierung

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