Fälle

Derivate / Swaps

Finanzderivate tauchen in vielfältigen Formen auf, so dass hier nur ein kurzer Überblick erfolgen kann. Finanzderivate sind Produkte, deren Wertentwicklung von einem Basiswert („Underlying“) abhängen. Insbesondere folgende Produkte sind Finanzderivate:

  • Optionen
  • Devisentermingeschäfte
  • Forward Rate Agreements
  • Futures
  • Swaps

Als Basiswert ziehen diese Produkte z. B. einen Aktien-, Wertpapier-, Währungs- oder Rohstoffkurs, eine Zinsentwicklung (z. B. EURIBOR) oder einen Index (z. B. DAX) heran. Möglich ist es ebenso, dass mehrere Basiswerte miteinander kombiniert („Basket“) herangezogen werden. Anhand der Entwicklung des Basiswertes und der einzelnen Bedingungen, die für das Derivat vereinbart sind, werden Zahlungspflichten begründet.

Derivate können je nach Ausgestaltung zur Absicherung von Risiken („Hedging“) verwendet werden, die sich aus der Entwicklung des Basiswertes ergeben (z. B. Absicherung gegen Währungsrisiken). Zudem besteht die Möglichkeit, Derivate zur Vermögensmehrung einzusetzen. Sieht das Derivat keine oder nur unzureichende Regelungen vor, die die Risiken des Basiswertes begrenzen, handelt es sich um ein spekulatives Investment. Risiken ergeben sich insbesondere bei solchen Derivaten, die bei Änderungen des Basiswertes überproportionale Preisänderungen des Derivates zur Folge haben (Hebelwirkung). Dies führt u. a. dazu, dass Sicherheitsleistungen („Margins“) zu zahlen sind oder das Derivat gegen Zahlung des (ggf. negativen) Marktwerts aufgelöst wird (close out).

Eine Form des Derivates ist der sogenannte Swap (engl. für Tausch). Bei Swaps vereinbaren die Vertragsparteien des Swaps, gegenseitig Zahlungen zu leisten, deren Höhe von der Entwicklung eines Basiswertes zu bestimmten Terminen anhängig ist. Ein Swap kann ebenso zur Absicherung bzw. Risikobegrenzung gegen Risiken aus einem Basiswert (z. B. Zinssatz oder Währungskurs) herangezogen werden. Er kann aber auch zur Spekulation verwendet werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Zahlungsverpflichtungen aus dem Swap nicht auf andere gegenläufige Zahlungsverpflichtungen aus einem anderen Vertrag (z. B. Zinszahlungen aus Darlehen) abgestimmt sind (keine kongruente Glattstellung).

Risikofaktoren

Je nach Ausgestaltung der Finanzderivate bergen diese Produkte unterschiedliche Risiken. Deshalb werden an die ordnungsgemäße Anlageberatung bei solchen Produkten hohe Anforderungen gestellt. Insbesondere folgende Risiken sind in der Regel zu beachten:

  • Marktrisiken und Schwankungen (Volatilität) des Basiswertes;
  • Risiken, die sich aus der Preisbildung des Derivates ergeben (Marktpreisrisiko);
  • Risiken bei vorzeitiger Beendigung des Derivates (z. B. Ausgleich des negativen Marktwertes);
  • Hohe Verlustrisiken durch Hebelwirkung („Leverage-Effekt“)
  • Ggf. fehlende Absicherung durch das Derivat (Inkongruenzrisiko)

Rechtliche Maßnahmen im Schadensfall

Derivate stellen hohe Anforderungen an die Anlageberatung. Folglich ist es zweckmäßig, im Verlustfall Schadenersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung zu prüfen.

Darüber hinaus besteht je nach Einzelfall die Möglichkeit, Ansprüche gegen den Emittenten/Vertragspartner des Derivates geltend zu machen. Dies gilt zum Beispiel dann, wenn das Bundesministerium der Finanzen Finanztermingeschäfte verbietet und diese deshalb nichtig sind.

Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass Schadenersatzansprüche gegen Finanzakteure (z. B. Banken) wegen Manipulation des Basiswertes in Frage kommen.

Mandatierung

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